Tagebuch vom Chef

Tagebuch vom Chef2021-01-07T18:34:19+01:00

Die etwas andere Sicht der Dinge

Diesen Mono(B)log führe ich mehr oder weniger (eher weniger) regelmäßig. Ich gebe Gedanken und Erlebnisse aus dem Unternehmensalltag sowie Geschichten aus dem Nähkästchen zum Besten. Außerdem blicke ich hin und wieder zurück und vergleiche – früher zu heute. Aber auch Dinge aus dem aktuellen Geschehen greife ich auf. Die Ausführungen spiegeln ausschließlich meine persönliche Meinung wieder und erheben KEINEN Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Ich bin schließlich auch nur ein Mensch :-).

Die Leser haben keine direkte Möglichkeit auf einzelne Einträge zu antworten. Wer unbedingt seinen Senf dazugeben will, kann das unter »tagebuch [at] werkstation.de« gerne tun. Allerdings behalte ich mir vor, Inhalte dieser Mails zu ignorieren oder zu zitieren.

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Danke

Von |10.12.2020|

Liebe Werkstation,

 

wir sind nun seit ziemlich genau 30 Jahren ein richtig gutes Team. Wir sind gemeinsam durch Dick und Dünn gegangen, durch Höhen und Tiefen, durch Regen und Hitze. Es war eine intensive Zeit und meistens haben wir uns gut behandelt. Du hast mich vieles gelehrt, hast mich zuverlässig versorgt – manchmal auch mit Sorgen. Ich habe mich intensiv um Dich gekümmert. Habe Dir einen großen Teil meines Lebens gewidmet. Du bist zu einem wichtigen Teil meines Lebens geworden.

 

Wir kennen und wertschätzen uns, wissen genau was wir aneinander haben. Wir wissen was der andere braucht und was wann dran ist. Und wir geben uns das jeweils notwendige. Zeit, Achtsamkeit und auch Geld. Ich am Anfang Dir – aber Du hast alles zurückbezahlt. Das rechne ich Dir hoch an.

 

Und was ist nicht alles passiert in dieser Zeit. Meine vier wundertollen Kinder sind geboren, meine Mama ist gestorben, meine Ehe ist gescheitert. Ich habe Grenzen überschritten, meine Gesundheit hat gelitten. Die Mauer ist gefallen, das Internet wurde geboren, das World Trade Center ist verschwunden. Der Euro ist gekommen – die Finanzkrise und die Flüchtlinge auch. Die Weltbevölkerung ist von 5 auf über 8 Mrd. angewachsen. Angewachsen ist auch die Zahl der Geschlechter. Von zwei auf inzwischen über 60 (in Worten SECHZIG!) – auch weil wir sonst keine Probleme haben. Ach ja – zwischendurch sind wir dann auch noch 2-mal Fußball-Weltmeister geworden. Und jetzt ist da auch noch dieser Virus. Unerwartet vorhersehbar.

 

Die einzig wirkliche Konstante während der ganzen Zeit warst Du. Eine ‘ich kann mich auf Dich verlassen’-Burg. Du hast Dich zwar auch immer mal wieder gewandelt – bist aber im Kern doch die gleiche geblieben. Nämlich: meine ‘mich selbst Verwirklichungs-Plattform’. Ein Stück weit auch eine Art von ‘zuhause’. Und irgendwie sind wir immer auf neue Ideen gekommen. Haben neue Produkte entwickelt und an den Mann / an die Frau (und am Ende sogar an Divers?) gebracht. Gemeinsam sind wir stark – auch wenn die Welt um uns verrücktspielt.

 

Und ich denke es ist an der Zeit jetzt einmal ‘Danke’ zu sagen. Danke dafür, dass Du bist wie Du bist. Und Danke dafür, dass Du bist was Du bist. Und gleichgültig – was die Zukunft bringt. Du bist ein wichtiger Teil von mir – und ich bleibe als Dein Kapitän, als Innovator, Berater und als Freund an Deiner Seite. Darauf hast Du mein Wort!

Wieder einmal nicht

Von |09.03.2020|

Coronavirus. Kein anderes Wort schürt in diesen Tagen so viele Ängste. Niemand kann sich dieser Hysterie entziehen. Die Welt geht unter. Das ist das Ende. So zumindest habe ich den Eindruck. Aber ist das wirklich wahr?

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Fakt ist: Epidemien und Pandemien gab es schon immer. Und das wird auch so bleiben. Es gibt sie nicht – die absolute Sicherheit. Das Leben ist ‘lebens’- gefährlich. Niemand hat Anspruch auf ein Leben ohne Leiden.

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Fakt ist aber auch: wir haben das Vorrecht in einem Land leben zu dürfen mit hervorragender medizinischer Versorgung. Unsere Virologen genießen weltweit einen exzellenten Ruf. Diese Fachleute arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.

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Doch wie reagieren die meisten Menschen in Deutschland? Wie aufgeschreckte Hühner gackern sie über fast nichts anderes. In Panik werden Regale leer gekauft. Manche Fassade fällt und es zählt nur noch das ‘Ich, ich, ich’. Wir haben keinen Bezug mehr zum ‘du’ – oder gar zu einem ‘wir’. Narzissten sind wir geworden. Feinster Güte! Und gelähmt sind wir – vor Angst! Wie das Kaninchen vor der Schlange. Das kleine kriegs- und krisengebeutelte Land Israel kann uns da ein Vorbild sein: Drastische Maßnahmen bei gleichzeitiger Gelassenheit und Forschung mit Hochdruck!

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Aber auch diese Krise geht vorüber. Es gibt auch dieses mal ein ‘Morgen’! Wie immer – denn so hat es uns die Geschichte gelehrt. Es ist also wieder einmal nicht das Ende. Fest versprochen!

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Wie die Welt ‘Morgen’ dann aussieht, liegt vor allem an uns. An unserem Handeln jetzt. An unserem ‘Gelernten’. Doch dazu bedarf es einer Reflektion. Eines Innehaltens. Ein Perspektivwechsel tut not. Gelassenheit und Zuversicht ohne Angst sind der Schlüssel!

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“Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost was kommen mag”. Dieses Kirchenlied – niedergeschrieben 1944 von Dietrich Bonhoeffer in seiner Todeszelle des NS-Regimes – kommt mir dabei in den Sinn. Ja. Es gibt diese Mächte. Und mit ihnen können wir getrost auf das Morgen schauen. Da bin ich mir ganz sicher! Obwohl ich – zugegebenermaßen – auch nicht immer angstfrei bin…

Das Delta

Von |17.09.2019|

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Es passiert einfach – immer mal wieder. Meine Finger tanzen – scheinbar in Trance und gelenkt durch einen nicht greifbaren Impuls – geschickt und flink über die Tastatur. Worte und Sätze entstehen, werden geformt, aus mir heraus.

 

Einem Aufwachen gleicht dann das anschließende Lesen. Was habe ich (mir) geschrieben? Was habe ich (mir) zu sagen? Was ist an meinem ‘Türsteher‘, dem Verstand, vorbei geschlüpft? Vorbei aufs Papier – und ganz tief von Herzen kommend.

 

“Dein Blog ist toll geschrieben“, höre ich immer mal wieder. “So ehrlich, so persönlich“. Grundsätzlich freue ich mich auch über Feedback. Noch dazu, wenn es positiv ist. Ist es doch auch ein Stück Anerkennung. Ein bisschen ein ‘gesehen werden‘. In der Umkehr scheinbar mein größtes Lebensdefizit. Aber dann gibt es da auch noch einen – manchmal nicht ganz kleinen Rest – an Unsicherheit in mir. Gefühlt gar eine gefühlte ‘Verlogenheit‘.

 

Denn manches was ich schreibe, passt so gar nicht zu meinem tatsächlichen Leben. Ist mehr Sehnsucht und Wunsch als Realität. Ist mehr ‘sollte‘ als ‘ist‘. Das Delta zwischen dem geschriebenen Wort und der Realität ist manchmal groß. Ich scheitere oft an meinen eigenen Vorstellungen. Und trotzdem tut es mir gut. Das Nieder-, das von der Seele-Schreiben. Denn es zeigt mir, was in mir wohnt. Ganz tief drinnen. Teilweise verschüttet. Durch die Erfahrungen und Schmerzen des Lebens. Aber mit einem mächtigen Drang nach Draußen. Mit der Sehnsucht ‘geboren‘ zu werden – auf die Welt und in mein Leben zu kommen.

 

Ich habe eine Gabe zu schreiben. Und scheinbar erreiche ich durch dieses Schreiben eine Ebene in mir (und teilweise auch in der Leserschaft), an die ich sonst nicht herankommen würde. Eine Ebene, die, ohne diese Trance, unberührt und unbeachtet und somit auch ungenutzt bliebe. Und auch wenn das geschriebene Wort in meinem Blog nicht immer mit meiner Lebens-Realität übereinstimmt, so ist es doch für mich ein ‘mich auf den Weg‘ machen. Eine Sehnsucht erspüren und formulieren. Ein ‘da geht es hin‘, oder ein ‘dort wohnt deine Seele‘. Ein Wegweiser zu mir selbst.

 

So gesehen ist es gar keine Verlogenheit, sondern das Formulieren eines ersehnten Ziels. Das offen legen eines Teils meiner Seele. Aber auch ein ‘mich verletzbar machen‘. Ein Zeigen – meiner Menschlich- und Fehlbarkeit. Im Privaten – aber auch in der Geschäftswelt. Und irgendwie bringt mich jeder Eintrag einen kleinen Seelen-Schritt weiter. Zu mir.

Kosten-Nutzen?

Von |01.09.2019|

Ein Freund besucht mich. Er hat von meiner Wüstenwanderung gehört. Quer durch die Wüste Negev. Ca. 400 km – mehr als 20.000 Höhenmeter. Meist alleine und nicht selten ein bisschen – aber manchmal auch echt gefährlich. Lebens-gefährlich.

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Wieder steht so eine Tour an. “Sag mal, Kannst du dir das denn überhaupt leisten, so lange weg von der Firma?”, fragt mich der Freund. In seiner Frage spüre ich auch etwas Neid. Eine Antwort bekommt er nicht. Weil ich (noch) keine habe. Aber ich denke nach.

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Zwei Wochen später. Ein anderer Freund. Er ist Winzer. Selbst Unternehmer. Bei ihm ist es terminlich sehr eng. Die Lese steht vor der Türe – er ist auf Wachstumskurs – muss oft und komplett präsent sein. Entscheidungen treffen, am Ball bleiben. Selbst mit anpacken. Er wirkt gehetzt. Entscheidungen treffen ist nicht seine Stärke. Das teilt er mit mir. Und auch er stellt mir – wortgleich – diese eine Frage.

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Und fast reflexartig sprudelt es aus mir heraus: “Die Frage müsste eigentlich andersherum lauten – nämlich – kann ich es mir überhaupt leisten NICHT in die Wüste zu gehen?” Und plötzlich wird mir vieles klar…

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Eine Geschichte kommt mir in den Sinn: Ein Waldarbeiter sägt Bäume um. Ein Wanderer tritt hinzu, beobachtet das Geschehen eine Zeit lang und sagt: “Guter Mann, sie quälen sich und sägen Bäume um – ihr Sägeblatt ist aber derart stumpf, dass sie nicht wirklich vorankommen“. “Warum“, so fragt er dann, “Warum wechseln sie nicht das Sägeblatt?“. Der Arbeiter hält inne, schaut aber nicht auf und zischt durch die Zähne: „Weil ich keine Zeit dazu habe – denn ich muss weitersägen“.

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Im Nachhinein betrachtet habe ich in der Wüste Geld verdient. Und zwar mehr Geld, als ich hier – sitzend auf meinem Stuhl – hätte verdienen können. Denn nach der Wüste hatte ich wieder Ideen. Steckte voller Taten-Drang. Ich habe viele Dinge ent-wickelt. Dinge, die zuvor ver-wickelt waren. Habe vieles verändert – nach-justiert. Vieles für mich und meine Seele passend(er) gemacht. Ein Stück weit war die Wüste für mich ein ‘In-Ordnung-Bringer‘. Ich säge mit einem neuen Sägeblatt. Eine Zeit lang zumindest. Und dann wird es wieder Zeit…

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Für mich steht fest. Ich MUSS wieder gehen. Ich kann es mir nicht leisten NICHT zu gehen. So einfach ist das. Eine simple Kosten-Nutzen-Rechnung also.

Die Gelegenheit

Von |07.08.2019|

Es ist der 28. März 2018. Ich bin in Eilat, am roten Meer. Dem südlichsten Zipfel von Israel. Hinter mir liegt eine 4-wöchige Wanderung durch die Wüste Negev. Mehr als 400 km zu Fuß – meist alleine, fast immer einsam und sehr eindrücklich. Spannend und manchmal lebensgefährlich.

Ich genieße den letzten Abend und bin auf dem Weg zu einem besonderen Restaurant. Klein, gemütlich – ein Geheimtipp. Gestern war ich auch da. Koscheres Essen – außergewöhnlich gut! Und doch blieb da ein Fragezeichen. Denn gestern konnte ich beobachten, dass alle nach mir kommenden Gäste abgewiesen wurden. Kein Einlass. Der Grund erschloss sich mir nicht. Platz war genügend da. Aber es kümmerte mich auch nicht. Ich war beschäftigt mit mir und mit meinem leckeren Essen. Gemüse mit Huhn. Köstlich – nach 4 Wochen Entbehrung erst recht.

Noch ein paar Meter. Dann bin ich da. Der Chef steht an der Eingangstüre und begrüßt mich mit einem fröhlichen ‘Shalom’. Ich lächle – die Vorfreude ist mir anzusehen. Umso erstaunter bin ich – und meine Vorfreude ist mit einem Mal verschwunden – als er mir heute auch den Eintritt verweigert. Ein Versehen – denke ich – und nehme einen zweiten Anlauf. Freundlich, aber bestimmt, werde ich wieder abgewiesen. Ich frage – höflich und doch sichtlich enttäuscht nach dem Grund. Der Chef antwortet mir – lapidar und mit einem immer noch freundlichen Gesicht: “Weil wir kein Essen mehr haben”. “WAS? Kein Essen? Wo gibts denn sowas?”, denke ich und ich versuche ruhig zu bleiben. Vielleicht ist es ja auch nur ein Scherz.

Auf meine weitere Nachfrage erklärt mir der Besitzer. “Ich gehe jeden Morgen auf den Markt und kaufe so viel frische Ware ein, dass, wenn wir das alles verkauft haben, ich einen guten Tag hatte”. Punkt. So einfach. “Dann”, so fährt er fort, “Dann ist mein Arbeitstag vorbei und ich verbringe die restliche Zeit des Tages mit meiner Familie”.

Ich bin ein schwäbischer Schaffer und ich erkläre ihm, dass es so etwas ‘bei uns’ nicht gibt. Er denkt kurz nach, holt tief Luft – und gibt mir die folgende Antwort: “Nun mein Freund”, sagt er, “Sieh es doch einmal mal von der anderen Seite”. Er legt seine Hand auf meine Schulter und spricht weiter. “Gott gibt dir heute die Gelegenheit, ein anderes tolles Restaurant kennen zu lernen”.

Ich bin gegangen und habe vorzüglich gespeist. In einem anderen, tollen Restaurant. Und je länger ich nachdenke, …

Nachkalkulation

Von |24.06.2019|

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Ich greife zum Hörer und rufe Herrn C. an. Weil – wir haben uns verkalkuliert und das muss ich dringend mit dem Kunden besprechen. Die Geräte sind bereits ausgeliefert, die Rechnung ist auch schon bezahlt. “Hallo Herr C.”, beginne ich das Gespräch, “wir haben uns total verkalkuliert und wir müssen uns noch einmal über die Preise des Projekts unterhalten”.

Herr C. am anderen Ende der Leitung wird hörbar nervös. Und leider lässt er mich nicht ausreden. Er erklärt mir sofort, und seine Stimme wird dabei deutlich lauter, dass er keine Chance sieht, einer nachträglichen Preisänderung zuzustimmen. Denn er habe das Projekt auch schon abgeschlossen und bereits die Rechnung gestellt. Außerdem gibt er mir sehr klar zu verstehen, dass er eine solche Art der ‘Preispolitik’ nicht akzeptieren wird.

Ich bleibe lange stumm und höre mir an was er zu sagen hat. Ich nehme seine Ausführungen ernst! Nach ein paar Minuten verstummt mein Gegenüber – immer noch sichtlich erregt. Ich sage dann: “Sie haben natürlich recht”. “Man kann die Preise für seine Produkte nicht einfach im Nachhinein ändern”. “Und trotzdem werde ich das tun – ob sie das nun wollen oder nicht”. Ich höre wie er tief Luft holt, also spreche ich schnell weiter. “Herr C.”, sage ich also langsam, “ich habe mich zu ihren UNGUNSTEN verkalkuliert und möchte ihnen Geld zurückzahlen”.

Ich hätte viel gegeben, um sein Gesicht in diesem Moment sehen zu können. Aber ich konnte es mir bildlich vorstellen. “Sie wollen mich verarschen”, höre ich ihn dann nach einer kleinen Pause sagen, “kein Mensch gibt Geld zurück, wenn er ein gutes Geschäft gemacht hat”. Seine Stimme klingt jetzt merklich sanfter. “Ich mache gerne und am liebsten gute Geschäfte”, antworte ich ihm. “Aber in diesem Fall hielte ich es für Betrug, weil es um viel Geld geht und weil ich einen Fehler gemacht habe”.

Eine kurze Erklärung zwischendurch. Wir haben für den Kunden 8 Systeme entwickelt. Allesamt sehr aufwändige Sonderbauten. Und dabei ist es zu einem Zahlendreher gekommen, der den Preis um ca. € 1.000,– nach oben geschraubt hat. PRO GERÄT wohlgemerkt! In Summe ging es also um immerhin € 8.000,–! Ich nenne ihm also die Summe, die er mit einem lauten “unglaublich” quittiert.

Wir haben noch viele Jahre gute und viele Geschäfte miteinander gemacht. Und von da an hat er – bei kleineren Projekten – immer wieder gesagt: “Ein Angebot brauche ich nicht – schicken Sie mir gleich die Rechnung”.

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