Geblieben ist Zuversicht

Uli ist gestorben – heute Nachmittag. Gestern Nacht habe ich ihn noch besucht, meinen Freund. Uli war 50 Jahre alt – nur ein paar Wochen älter als ich. Er war ein Macher. Ein Anpacker. Geschäftsführer einer großen Bäckereikette. Dann der Börsengang. Erfolgreich. Aber Uli war auch bodenständig und klug. Hat zum richtigen Zeitpunkt wieder verkauft.

Dann ein Termin beim Arzt. „Legen Sie ihr Handy mal beiseite“, sagt der Arzt nach der Computertomographie, „Sie werden das jetzt mal eine Weile nicht brauchen“. Diagnose: Hirntumor.

Uli war ein Kämpfer. Weit mehr als 10 Jahre hat er dem Leben noch abgerungen. Viele Höhen und Tiefen durchlebt. Hoffen und Bangen. Und seine Frau immer tapfer an seiner Seite. Dann wurde es schlagartig schlechter. Lähmungserscheinungen – Sprachschwierigkeiten. Ich stehe hilflos da – besuche ihn seltener. Kann nur schwer damit umgehen. Bin ratlos. Traurig. Uli tröstet mich. Er mich! Er steht seinen Mann. Wie im Leben, so auch im Sterben. Er jammert nicht. Er lamentiert nicht.

„Uli geht es ganz schlecht – er muss gehen – schon sehr bald“, sagt man mir gestern. Ich fahre zu ihm. Er liegt im Bett – im Wohnzimmer – inmitten seiner Familie und seiner Freunde. Das hat er sich so gewünscht. Uli ist nicht mehr bei sich – er atmet schnell und flach. Ich streichle sein Gesicht, halte seine Hand. Ich weine – fühle mich hilflos.

Eine SMS erreicht mich bei der Gartenarbeit. „Uli ist gestorben“ steht da. Mehr nicht – aber auch nicht weniger. Ich setze mich ins Auto – will zu ihm fahren. Ich drehe wieder um. Nur langsam kommt diese Nachricht bei mir an. Im Herzen. Es berührt mich. Mehr als ich dachte.

Uli hat immer wieder gesagt: „Ich freue mich darauf – wenn ich heim gehen darf zu Gott“. Und dann sagte er noch: „Ich wünsche mir sehr, dass es sich nicht lange hin zieht“.

Uli ist jetzt daheim. Bei Gott. Im Himmel. Uli ist nicht mehr da. Er fehlt mir. Sehr. Was bleibt ist die Erinnerung – an ihn und an seine Zuversicht!