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Ich bin Unternehmer – und kein Unterlasser. Ich mache Fehler – viele Fehler sogar. Und lange Zeit hatte ich damit Probleme. Denn – Fehler kosten fast immer Geld und Fehler werden in unserer Gesellschaft bestraft und nicht gefördert. Und folgerichtig geben sich alle große Mühe keine Fehler zu machen. Und das führt (leider – und gerade auch in Großunternehmen) dazu, dass man möglichst wenig tut – keine Entscheidungen mehr trifft – alles VORHER genau abwägt und möglichst wenig ausprobiert. Ideale Voraussetzungen also für einen Stillstand – und einen Burnout bei den Mitarbeitern.

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Wir in der Werkstation haben dagegen ein Mittel gefunden. Es gibt bei uns schon seit ein paar Jahren ein internes Verrechnungskonto – und das heißt: Fehlerkonto. Ich habe für Fehler ein Jahresbudget von  € XX.000,– festgelegt – und nein – das genau Budget tut hier nichts zur Sache :-). Und jedes Mal wenn wir jetzt einen Fehler machen, dann schreiben wir den daraus resultierenden ‘Fehlbetrag’ diesem Konto gut.

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Und es wirkt tatsächlich. Ich bin nicht mehr gefrustet. Fast das Gegenteil ist der Fall. Ich freue mich immer wieder, wenn ich das Konto am Jahresende nicht überzogen habe. Und das war bisher noch NIE der Fall! BTW – meine Mitarbeiter können das Konto mit ihren Fehlern natürlich auch ‘belasten’.

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So ein Konto ist echt hilfreich und entlastend – und ich kann das jedem Unternehmen nur empfehlen. Denn – die begangenen Fehler machen mich auch jedes Mal a bissle schlauer – und ich werde immer etwas erfahrener. Meist stellt sich sogar heraus, dass sich durch begangene Fehler neue Wege auftun und neue Möglichkeiten ergeben. Manche Fehler führen sogar dazu, dass am Ende ein noch besseres Produkt herauskommt. Also – lasst uns viel mehr Fehler machen. Oder um es mit den Worten von Martin Luther zu sagen: “sündige tapfer” 🙂